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 Sie sind hier: Geschichte & Ereignisse » Schierling, Schlacht bei Eggmühl 22. April 1809
Die Schlacht bei Eggmühl
Bild von StubenrauchIm Januar 1809 war Napoleon Bonaparte über Kriegsabsichten Österreichs informiert und traf Vorbereitungen für einen Krieg an der Donau. Er beorderte französische und verbündete Truppen nach Bayern. Den Oberbefehl seiner Truppen hatte Marschall Louis-Nicolas Davoût inne. Die bayerische Armee befand sich unter dem Befehl von Marschall François-Joseph Lefebvre mit etwa 30 000 Mann zwischen Isar und Donau, als die Österreicher am 9. und am 10. April unter Erzherzog Karl den Inn überschritten. Die Kriegserklärung wurde am 15. April nachgereicht. Nach ersten Gefechten kam es am 20. April zur Schlacht von Abensberg, in der die Österreicher unterlagen. Ein Teil der österreichischen Armee zog sich, von Napoleon verfolgt, nach Landshut zurück. Der Rest wurde bei Schierling im Tal der Großen Laber am 21. April erneut in Kämpfe verwickelt und zog sich auf die Höhen nördlich der Laber zwischen Unterlaichling und Eggmühl zurück.
 
Vom besetzten Eggmühl aus beherrschten die Österreicher den Laberübergang der Hauptstraße von Landshut nach Regensburg, den sie mit Geschützen vom Weinberg her bestreichen konnten. Drei weitere österreichische Batterien konnten das übrige Tal von ihrer Stellung auf einer Anhöhe bei Unterlaichling aus unter Feuer nehmen. Damit lag Napoleon am 22. April ein Hindernis im Weg, das nicht zu umgehen war und direkt genommen werden muss. Er äußerte die Absicht, an dieser Stelle die österreichische Armee zu vernichten.
 
Um 7 Uhr morgens rückten von Westen her bayerische Truppen vor, von Süden folgten württembergische, badische, hessische und vor allem französische Armeeteile, die gegenüber den Österreichern Stellung beziehen. Einzelne Geplänkel kündigten am Vormittag die Schlacht an. Gegen Mittag traf Napoleon, von Landshut kommend, in Buchhausen ein und gönnte sich auf der Post eine Stunde Rast. Er informierte sich über die Lage. Als er auf den Höhen von Lindach ankommt, waren bereits erbitterte Einzelgefechte entbrannt. Ein Durchbruch durch die feindlichen Linien auf der Straße nach Regensburg scheiterte am Sperrfeuer der österreichischen Batterie auf dem Weinberg. Um dieses Hindernis zu beseitigen, umging Marschall Jean Lannes laberabwärts die österreichischen Stellungen und nahm die Geschützstellung auf dem Weinberg von Osten her ein. Gleichzeitig erfolgte über die Laberbrücke der Angriff auf Eggmühl. Zeichen zum gleichzeitigen Vorgehen war die Rauchsäule der in Brand gesteckten Schnitzlmühle (1809 bis 1811 mit französischen Militärgeldern wieder aufgebaut). Nach sehr blutigen Kämpfen mit hohen Verlusten, vor allem auf Seiten der Österreicher, wurde Eggmühl schließlich genommen.
 
Die Straße nach Regensburg war nun frei, aber die österreichische Geschützstellung auf der Höhe bei Unterlaichling stellte noch ein ernstzunehmendes Hindernis dar. Nach wiederholten Attacken durch Kavallerie unter dem Befehl des bayerischen Generals Karl Friedrich August Graf von Seydewitz konnte die Stellung schließlich bezwungen werden, wodurch auch der bisherige Widerstand der österreichischen Infanterie im Bereich Unterlaichling zusammenbrach. Die österreichische Armee zog sich nun, von Napoleons Truppen verfolgt, gegen Abend endgültig in Richtung Regensburg zurück. Napoleon ernennt seinen Oberbefehlshaber Marschall Davoût zum "Prince d'Eckmühl", Graf von Seydewitz erhält den Orden der Ehrenlegion.
 
Der Sieg war jedoch auf beiden Seiten mit hohen Verlusten verbunden. Von 60 000 Mann auf französischer Seite fielen l 200, und 4 000 werden verwundet. Bei den 35 000 Österreichern waren circa 6 000 Tote und Verwundete zu beklagen, 5 000 gerieten in Gefangenschaft. Die Toten der Schlacht bedecken tagelang die Felder, und nicht alle Verwundeten wurden rechtzeitig gefunden. Die ärztliche Versorgung war katastrophal.
 

Im Jahre 1909 wurde von der Eggmühler Bevölkerung das von Ferdinand von Miller entworfene Löwendenkmal errichtet, um der Gefallenen beider Seiten zu gedenken. Das Jahr 1997 erinnert wieder an das Geschehen von 1809 durch das hundertjährige Bestehen des „Phare d'Eckmühl“, eines Leuchtturms in Penmarc'h an der bretonischen Felsenküste, den die Marquise Adélaïde-Louise d’Eckmühl de Blocqueville, Tochter des „Prince d'Eckmühl“ 1897 errichten ließ, um Menschenleben vor den Gefahren des Meeres zu bewahren. Sie wollte, dass der Name ihres Vaters nicht nur in Verbindung mit Kriegen und Schlachten in Erinnerung bleibt.

 

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