Erinnerungsmedaille an die Schlachten bei Abensberg und Eggmühl im April 1809
Bruch des Vertrags über den Frieden von Pressburg
Frankreich hat in der napoleonischen Zeit zahlreiche Bronzemedaillen für die verschiedensten Anlässe prägen lassen. Darunter befindet sich auch eine Bronzemedaille, die an die Schlachten von Abensberg und Eggmühl im April 1809 erinnert.

Zu den Hintergründen und zur Entstehung dieser Medaille:
Im 3. Koalitionskrieg gegen das Kaiserreich Frankreich erlitt das Kaiserreich Österreich in der „Dreikaiserschlacht von Austerlitz“ am 2. Dezember 1805 eine empfindliche Niederlage. Den Verlierern wurde der Frieden von Pressburg auferlegt, der am 26. Dezember 1805 zwischen Frankreich und Österreich in Pressburg abgeschlossen wurde. Gleichzeitig wurde damit der 3. Koalitionskrieg beendet. Österreich hatte große Gebietsverluste und musste Tirol und Vorarlberg an Bayern abtreten, das damit seine Fläche fast verdoppelte.
Der Friede von Pressburg besiegelte eine der bittersten Niederlagen Österreichs und führte 1806 zur Abdankung von Franz II. als Römisch-deutscher Kaiser (ab 1804 Kaiser Franz I. von Österreich), da dieses Amt aufgrund der Gründung des Rheinbundes seine Bedeutung verloren hatte. Damit endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.
Die 5. Koalition gegen Frankreich wurde 1809 zwischen Großbritannien und Österreich geschlossen.
Im Frühjahr 1809 wurden französische Truppen von Deutschland abgezogen, um in Spanien zu kämpfen. Dabei hofften die Österreicher, ihre Erniedrigung, die ihnen im Frieden von Pressburg aufgezwungen wurde, zu rächen. Französische Truppen waren zwischen Regensburg und Augsburg überdehnt aufgestellt, doch Napoleon gelang es, diese Truppen zu konzentrieren, dem österreichischen Vorstoß auszuweichen und in fünf Schlachten die Österreicher zu schlagen. Die endgültige Niederlage Österreichs kam schließlich in der Schlacht bei Wagram, die am 14. Oktober 1809 zum Frieden von Schönbrunn führte.
Zur Beschreibung dieser Medaille:
Auf der Vorderseite ist der Tempel des zweigesichtigen römischen Gottes Janus abgebildet, dessen Türen eingeschlagen sind. Auf dem Tempel befindet sich der doppelgesichtige Januskopf, der als Symbol der Zwiespältigkeit gilt. Am oberen Querbalken steht die Inschrift „TEMPLUM JANI“. Im antiken Rom blieben die Türen des Janus-Tempels geöffnet, solange sich Rom im Krieg befand. Sie wurden erst dann wieder geschlossen, wenn in allen Teilen des Römischen Reiches Friede herrschte. Voraussetzung für ihre Schließung war allerdings, dass der zuletzt geführte Krieg mit einem römischen Sieg geendet hatte. Mit den eingeschlagenen Türen auf der Medaille wird symbolisiert, dass die Österreicher diesen Frieden gebrochen und den Krieg begonnen haben.
Unter dem Janus-Tempel befindet sich die Inschrift:
„TRAITÉ DE PRESBOURG ROMPU PAR L´AUTRICHE IX AVRIL MDCCCIX“
(„Vertrag von Pressburg, gebrochen von Österreich am 9. April 1809“)
Auf der Rückseite ist ein Krieger mit einem Lorbeerkranz zwischen Kriegstrophäen bzw. Beutestücken abgebildet. Am oberen Rand stehen die Namen der beiden Schlachtorte „ABENSBERG“ und „ECKMUHL“, darunter befindet sich die französische Inschrift:
„BATAILLES DES XX ET XXII AVRIL MDCCCIX. XL.M. PRISONNIERS“.
(„Schlachten vom 20. und 22. April 1809, 40.000 Gefangene“)
Ein Original dieser Bonzemedaille befindet sich bei der Stadt Abensberg.
Die Stadt Abensberg hat zusammen mit dem Markt Schierling 200 Bronzemedaillen und 60 Silbermedaillen nachprägen lassen, die zum Preis von 35,-- € (Bronzemedaille) und 85,-- € (Silbermedaille) im Herzogskasten der Stadt Abensberg erhältlich sind.

Franz Piendl
Stadt Abensberg