Im Pfarrhof zu Schierling hängt ein großes Gemälde mit dem Namen 'Das Schöne Bild'. Es zeigt einen Ausschnitt vom Schlachtfeld nach den kriegerischen Handlungen am 22. April 1809 bei Eggmühl. Hilfsbereite Menschen nehmen sich der Verwundeten an und bringen sie zur Pflege hinter schützende Mauern. Auch Pfarrer Joseph Häring, erblindet am grauen Star, hat sich von seinen Kooperatoren wiederholt auf die blutgetränkte Flur führen lassen, um die letzten vergessenen Verwundeten zu bergen und den Sterbenden die Wegzehrung zu reichen. In der Darstellung des Bildes trifft er eben auf einen schwer verwundeten österreichischen Offizier und Arzt mit zerschossenen Beinen. Helfer betten ihn auf eine Trage. Auch für ihn wird noch ein Platz im von Verwundeten überfüllten Pfarrhof zu finden sein.

Der Maler dieses Bildes, Carl Wilhelm Freiherr von Heideck (1788 – 1861), 1809 Oberleutnant der bayerischen Armee, hatte nach dem Kampf um Schierling im Pfarrhof übernachtet und hier den blinden Pfarrer Joseph Häring kennen gelernt. Als gewandter Zeichner bekam er tags darauf von Kronprinz Ludwig den Auftrag, die Schlacht von Eggmühl in einer Skizze festzuhalten.
Ein Jahr später, zusammen mit dem Maler Wilhelm von Kobell (1766 – 1853) noch mal nach Schierling beordert, um die unvollständige Skizze nun in Ruhe zu vollenden, stattete von Heideck auch dem greisen Pfarrer einen Besuch ab. Er war verblüfft, als ihm dieser mit sehenden Augen entgegentrat. Als er von ihm erfuhr, dass der von ihm gesund gepflegte österreichische Arzt nach seiner Genesung ihm mit einer gelungenen Operation das Augenlicht zurückgegeben hatte, war er so gerührt, dass er beschloss, den Augenblick, als Pfarrer Häring den verwundeten Arzt auffand, im Bild festzuhalten.
Viele Jahre später, im Mai 1852, traf in Schierling das versprochene Werk ein. In einem Begleitbrief schrieb Heideck, der inzwischen zum Generalleutnant aufgestiegen war, an den nunmehrigen Pfarrer Hausmann: »Es freut mich, dem Gedächtnis eines Ehrenmannes ein kleines Denkmal stiften zu können und wünsche, dass meine gute Absicht meiner Kunst zu Hilfe komme und das Gemälde Ihnen Freude bereiten möge.“